Archivbild St. Veiter Wiesenmarkt
Archivbild St. Veiter Wiesenmarkt

GESCHICHTE

Die Wurzeln des historischen Großereignisses, des St. Veiter Wiesenmarktes, reichen weit zurück. Schon vor Jahrhunderten wurden am traditionellen Michaeli-Tag Kirchweihfeste mit kleinen Jahrmärkten abgehalten, denen allerdings nur wenig Bedeutung beigemessen wurde, standen doch derartige Kirchtage unter keinem besonderen Schutz und kein Privilegium erteilte das Recht, die kaiserliche Freyung zum Rechtsschutz des Marktes auszustecken.
Diesem sollte Herzog Rudolf IV. ein Ende setzen. Am 25. Juni 1362 verlieh derselbe schließlich zu „frommen“ und allgemeinen Nutzen der Bürger und der Kärntner Landschaft einen freien und ewigen Jahrmarkt. Ab dem Marktprivileg wurde St. Veit ein Ort, in welchem sich Kaufleute niederlassen und mit fremden und inländischen Waren Handel treiben durften. Aus einem Wirtschaftsprivileg entwickelte sich im Laufe von über 650 Jahren das größte Volksfest Kärntens. Die weitere Entwicklung zum Markt und zur Stadt wurde mit diesem Privileg eingeleitet.
 

Mit der Übernahme einer antiken Brunnenschale aus dem Zollfeld, welche 1566 durch die originelle nachgotische Bronzefigur eines Marktaufsehers gekrönt wurde (bekannt als „Schüsselbrunnbartele“), bekundet St. Veit gewissermaßen symbolisch, dass es die Nachfolgerin der vorrömischen wie der antiken Hauptstadt des Landes, des keltisch-norischen Königssitzes auf dem Magdalensberg und der diesen ablösenden römischen Hauptstadt Virunum am Zollfelde war, welcher humanistische Gelehrte den Namen Sala beilegten. Damals wie heute leitet die traditionelle Zeremonie zur Aufstellung der Marktfreyung Europas bedeutsamste Marktveranstaltung ein.
 

Archivbild St. Veiter Wiesenmarkt

Noch bis in die sechziger Jahre dauerte der Wiesenmarkt 17 Tage, beginnend an einem Samstag und endend an einem Montag, über drei Sonntage. Er bestand aus drei verschiedenen Märkten, dem Vormarkt, dem Hauptmarkt und dem kleinen Markt. Später wurde die Dauer auf zehn Tage verkürzt.

Der Wiesenmarkt hat eine große historische Bedeutung, weil er den Bürgern von St. Veit und auch anderen Händlern aus ganz Kärnten die Möglichkeit gab, ihre Waren unter dem Rechtsschutz des Marktes frei anzubieten.

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